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SMWK/ Ben Gierig
Region Leipzig
November 10, 2023

Biotechnologie und Biomedizin: Sachsens wegweisende Forschung für die Gesundheit der Zukunft

Sachsen ist ein aufstrebender Standort für Biotechnologie und Biomedizin mit einer florierenden Forschungslandschaft und einer starken wirtschaftlichen Präsenz.
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»Sachsen hat die große Bedeutung der Biotechnologie schon vor vielen Jahren erkannt und mehrere hundert Millionen ganz gezielt in die Forschung investiert. Im Ergebnis haben wir heute eine der leistungsstärksten und auf einigen Gebieten weltweit führende Forschungslandschaft und darauf aufbauend inzwischen auch einen gewichtigen Wirtschaftszweig. Beides wächst beständig. Das Biotec-Cluster wollen wir auch weiterhin unterstützen und die nächsten großen Schritte sind schon in Vorbereitung - so etwa der Forschungs- und Transferhub für Wirkstoffentwicklung der Universität Leipzig. Die Region hat das Potenzial, zu einem der weltweit führenden Forschungs- und Entwicklungsstandorte im Bereich Lebenswissenschaften und Pharmawirtschaft zu werden.«

Wissenschaftsminister Gemkow

Station 1 – Adipositas-Forschung 

Das Helmholtz-Institut für Metabolismus, Adipositas und Gefäßforschung (HI-MAG) in Leipzig, eine Einrichtung vom Helmholtz Institut München an der Universität Leipzig und dem Universitätsklinikum Leipzig, widmet sich der Erforschung der Ursachen von krankhafter Gewichtszunahme. Ziel ist es, neue Therapiemöglichkeiten für Adipositas und ihre Folgeerkrankungen wie Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen zu entwickeln. 

Minister Gemkow erhielt Einblicke in klinische Fragestellungen und besuchte Labore zur Erforschung von Übergewicht und Adipositas. Weiterhin hatte er die einmalige Gelegenheit, in der Studienambulanz des HI-MAG im Roten Haus selbst an einigen Untersuchungen teilzunehmen, die sonst nur den Probanden zur Verfügung stehen. Prof. Matthias Blüher, Direktor des HI-MAG und Leiter der Adipositas-Ambulanz am Universitätsklinikum Leipzig, sagte "Leipzig ist ein idealer Standort für unser Forschungsinstitut. Mit der engen Anbindung an die Universitätsmedizin Leipzig, die weltweit führend in der Erforschung von Stoffwechselerkrankungen beim Menschen ist, und der engen Zusammenarbeit zwischen klinischen und grundlagenorientierten Forschern in Leipzig und München, bin ich zuversichtlich, dass wir in den kommenden Jahren bedeutende Fortschritte bei der Therapie von Adipositas und ihren Folgeerkrankungen erzielen werden. Unser Hauptziel ist es, die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung möglichst schnell den Menschen mit Stoffwechselkrankheiten zugutekommen zu lassen." 

Station 2 – Krebsforschung 

Die Universitätsmedizin Leipzig legt den Schwerpunkt auf Forschung, Lehre und Heilung. In der Ausbildung ist die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig führend in Sachsen. Hier studieren rund 3.600 Studierende der Human- und Zahnmedizin, des Hebammenwesens und der Pharmazie.  

Im Rahmen seines Besuchs besichtigte Minister Gemkow die Forschungslabore des José Carreras Centrums. Hier werden innovative Ansätze zur Leukämiediagnostik entwickelt und an nebenwirkungsärmeren Therapieoptionen geforscht. Prof. Dr. Ingo Bechmann, Dekan der Medizinischen Fakultät, betonte: "Wir befinden uns in einer idealen Situation, da die Institute für Grundlagenforschung und Kliniken auf demselben Gelände angesiedelt sind. Das bedeutet, dass die Ergebnisse aus den Forschungslaboren direkt in die klinische Praxis einfließen." In verschiedenen Verbundprojekten werden fortschrittliche gen- und zelltherapeutische Ansätze entwickelt, die oft als "lebende Medikamente" bezeichnet werden. Dieser Fortschritt markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung personalisierter Medizin. Die Leipzig Medical Biobank (LMB) diente als Modell für die standardisierte Sammlung, Aufbereitung und Lagerung von Blut-, Gewebe- und genetischem Material. Ziel ist es, diese Ressourcen für Forschungsprojekte, insbesondere im Bereich der Immunonkologie, zur Verfügung zu stellen. Diese hochmoderne Biobank fungiert als Bindeglied zwischen wissenschaftlicher Forschung und klinischer Anwendung. 

Station 3 – Infektionsforschung 

Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI ist eine Forschungseinrichtung, die sich auf die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen an der Schnittstelle von Medizin, Lebenswissenschaften und Ingenieurwissenschaften spezialisiert hat. Das IZI konzentriert sich auf Fortschritte in der Immunonkologie und Infektionspathologie und entwickelt Zell- und Gentherapien, Wirkstoffe, Impfstoffe und diagnostische Verfahren. 

Gemkow besichtigte auch eine Prototypenanlage zur Impfstoffherstellung und ein Labor zur Entwicklung von Herstellungsprozessen nach GMP-Richtlinien (Good Manufacturing Practice). Diese Richtlinien garantieren sichere und kontrollierte Herstellungsbedingungen für Produkte in der Pharma-, Biotech- und Lebensmittelindustrie. PD Dr. Sebastian Ulbert, stellvertretender Institutsleiter und Leiter der Abteilung Impfstoffe und Infektionsmodelle am Fraunhofer IZI, erklärte anlässlich des Besuchs: "Infektionskrankheiten stellen eine globale Bedrohung für die menschliche und tierische Gesundheit dar. Mit dem Forschungsbereich Infektionspathologie tragen wir am Fraunhofer IZI aktiv dazu bei, weitere wichtige Erkenntnisse zur Verbreitung, Pathogenese und Möglichkeiten der Diagnose zu gewinnen. Wir unterstützen Partner bei der Entwicklung und Translation von Technologien zur Erforschung, Diagnostik, Prävention und Therapie infektiologischer Erkrankungen." 

Die Forschungseinrichtungen in Dresden und Sachsen:  

In Dresden und Leipzig hat sich in weniger als zwei Jahrzehnten ein dichtes Forschungscluster im Bereich Biotechnologie und Lebenswissenschaften entwickelt. Dieses international sichtbare Netzwerk umfasst u. a.:

In Dresden: Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG)Zentrum für Systembiologie Dresden (CSBD), das interdisziplinäre Forschungszentrum BIOTECZentrum Regenerative Therapien der TU Dresden (CRTD), drei Standorte der Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung (Neurodegenerative ErkrankungenKrebsDiabetes), der Standort Dresden des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen (NCT) sowie die Außenstelle des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), die International Max Planck Research Schools (IMPRS) und die Internationale Graduiertenschule für Biomedizin und Bioengineering gemeinsam mit der TU Dresden. Dazu gehören auch das Max-Bergmann Zentrum für Biomaterialien und das Medizinisch-Theoretische Zentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

In Leipzig: Neben dem Helmholtz-Institut für Metabolismus, Adipositas und Gefäßforschung (HI-MAG), dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI sowie der Universität Leipzig mit dem Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) gehören das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI-CBS) und das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) zur Clusterlandschaft.

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